Über SCHURA e.V.

SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V. ist ein im Juli 1999 erfolgter Zusammenschluss islamischer Gemeinden in der Freien und Hansestadt Hamburg auf Grundlage eines gemeinsamen islamischen Glaubensverständnisses wie es in § 3 der Satzung definiert ist. Die unterschiedlichen Mitgliedsgemeinden spiegeln die Vielfalt des Hamburg bestehenden islamischen Lebens wieder:

Der Islam in Hamburg wie auch sonst in Deutschland ist wesentlich durch Arbeitsmigranten vor allem aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien geprägt. Die älteste und größte Gemeinde türkischer Muslime ist die der Centrum-Moschee in der Böckmannstraße. Im Laufe der Zeit sind seitens türkischer Muslime weitere Moscheegemeinden in den Stadtteilen hinzugekommen (Islamische Gemeinden Wilhelmsburg, Veddel, Harburg, Neugraben, Neuenfelde, Altona, Nobistor und Schnelsen-Eidelstedt wie auch die Ali-Pascha-Moschee in Barmbek). In diese Entstehungsgeschichte gehören auch die Gemeinden der Albaner (Albanische Moschee am Kleinen Pulverteich) und Bosnier (Bosnische Moschee in Horn) sowie Kurden (Vahdet-Moschee am Steindamm und Said-i-Nursi-Moschee in Wilhelmsburg).


Älteste Moschee Hamburg ist jedoch die schiitische Imam-Ali-Moschee (Islamisches Zentrum Hamburg) an der Alster, welche schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts vorwiegend von schon seit der Nachkriegszeit und teilweise sogar schon davor in Hamburg ansässigen iranischen Geschäftsleuten und Studenten begründet und errichtet wurde. Heute gibt es mit der afghanischen Belal-Moschee in Wandsbek und der irakischen Huda-Moschee in Billbrook zwei weitere schiitische Moscheen.

Die arabischen Gemeinden sind aus Menschen mit sehr unterschiedlichem sozialen Hintergrund entstanden, nämlich Geschäftsleute und Studenten wie auch Arbeitsmigranten aus allen arabischen Ländern. Hier gibt es die Gemeinden der Muhajirin-Moschee, der Al-Nur-Moschee und der Al-Houda-Moschee (alle in St. Georg) sowie der El-Iman-Moschee in Harburg. Afghanische Muslime sind vor allem als Flüchtlinge nach Hamburg gekommen und haben hier mit der Ibrahim-Khalil-Moschee in Billstedt und schon genannten Belal-Moschee zwei relativ große Gemeinden gebildet. Afrikanische Muslime stammen aus sehr verschiedenen Ländern dieses Kontinents mit gewissen Schwerpunkten aus Ghana und Togo. Mittlerweile gibt es vier Moscheegemeinden mit einem solchen Herkunftshintergrund: Die älteste afrikanische Moschee ist Ansar-ul-Deen-Moschee; später sind die Nasrul-Faida-, die Tawba- und die Sabikun-Moschee hinzugekommen. Ferner gibt es zwei Moscheen pakistanischer Muslime: Pak-Islami-Merkez und Islamic Center. In letzterer Moschee erfolgt seit einiger Zeit die Freitagspredigt ausschließlich in deutscher Sprache. Indonesische Muslime unterhalten zwar einen Verein, aber keine eigene Moschee; ebenso schiitische Muslime aus dem Libanon (sie unterhalten zwar einen Gebetsraum, führen aber kein Freitagsgebet durch). Einer Gemeinde (Hamburger Verein für Ethik und Kultur) gehören Muslime einer sufischen Gemeinschaft (Nakschbendi) an.

Hinzu kommen islamische Vereine, die keine Moscheegemeinden sind und auf einer aufgrund bestimmter Interessen Muslime unterschiedlicher Herkunft zu Mitgliedern haben: Frauenvereine (Baitunisa, Muslimische Frauengemeinschaft), Studentenvereine (Islamische Hochschulgemeinde) und Bildungsinstitutionen (Islamische Akademie).

Die Moscheegemeinden sind rechtlich jeweils eingetragene Vereine, wobei nur ein Bruchteil der sich der jeweiligen Gemeinde zurechnenden Personen auch Vereinsmitglieder sind, in der Regel die in der Gemeinde besonders engagierten Personen. Diese wählen dann die vereinsrechtlichen Vertretungsorgane. Die Gemeindeeinrichtungen werden von allen in Anspruch genommen, die sich qua Teilnahme an gemeinsamen gottesdienstlichen Handlungen auch als Gemeindeangehörige begreifen. In den Moscheegemeinden finden jeweils die täglichen Pflicht-, Freitags- und Festgebete statt (mit der Einschränkung, dass die irakische Moschee kein Freitagsgebet durchführt und die beiden pakistanischen Moscheen das Festtagsgebet gemeinsam abhalten) sowie religiöser Unterricht für Männer, Frauen und Kinder. Darüber hinaus bieten die Moscheen – jedoch stark abhängig von ihren räumlichen und personellen Kapazitäten und daher von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausgeprägt – ein breites Angebot religiöser und sozialer Aktivitäten von Frauen- und Jugendgruppen über Sprachunterricht (Deutsch und/oder die Herkunftssprache der Gemeinde) sowie Sozial- und Lebensberatung bis zu Sport. Einige Moscheen (Islamisches Zentrum, Centrum-Moschee, Al-Nur-Moschee) nehmen religiöse Eheschließungen vor.

Mit dem Grundsatzpapier Muslime in einer pluralistischen Gesellschaft wurde auf der Mitgliederversammlung vom 18.4.2004 eine gemeinsame Standortbestimmung zu Staat und Gesellschaft in Deutschland und eine islamische Begründung von Menschenrechten, Demokratie, Rechtsstaat und Säkularität verabschiedet. Darüber hinaus gibt es Stellungnahmen zu verschiedenen Einzelfragen wie Terror und Gewalt, Antisemitismus, Migration und Integration sowie Frauen und Gesellschaft.

Über SCHURA werden von den Mitgliedsgemeinden religiöse und soziale Aktivitäten gemeinsam organisiert und koordiniert. Dies betrifft vor allem den Jugend- und Frauenbereich aber auch gemeinsame Aktivitäten während des Fastenmonats Ramadan (Vorträge, Qur´anlesungen, gemeinsames Iftar), des Opferfestes oder Prophetengeburtstages.

Damit versteht sich SCHURA als Religionsgemeinschaft der Muslime in Hamburg.

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