Vortrag: "Muslimfeindschaft und Rechtspopulismus" von Wolfgang Benz

Vortrag am 15.9.2016 in Hamburg, aus Anlass des Opferfestes in der Bosnischen Moschee

Europa befindet sich in einer Krise, die auch die deutsche Gesellschaft erfasst hat. Die Angst vor der Völkerwanderung aus Bürgerkriegsflüchtlingen und Migranten, die aus schierer existentieller Not kommen, die Beschwörung der Gefahr, die angeblich von Zuwanderern überhaupt und vom Islam besonders ausgeht, ist Bestandteil des Alltags geworden. Die Reizvokabeln der Ideologen finden den Nährboden in existenziellen Ängsten. Die Adressaten sind resistent gegen rationale Argumente, denn Bedrohungsszenarien und Verschwörungsfantasien sind wirkungsvoller als Vernunft und Logik. Die Rezepte der Ausgrenzung, mit denen im 19. Jahrhundert Demagogen ähnlichen Herausforderungen zu begegnen versuchten, haben in die Katastrophen des 20. Jahrhunderts geführt. Sie heute wieder zu verwenden gegen andere Minderheiten anstelle der Juden wäre fatal. Denn es geht nicht nur um die Menschen- und Bürgerrechte von Minderheiten, sondern um die demokratische deutsche Gesellschaft, die aus der Erfahrung nationalsozialistischer Diktatur gegründet wurde, in der Toleranz die zentrale Tugend ist.

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Opferfestempfang von SCHURA und DITIB: Gegen Rechtspopulismus und Islamfeindlichkeit

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Der diesjährige gemeinsame Opferfestempfang von SCHURA Hamburg und DITIB Nord fand am 15.09. in der Bosnischen Moschee statt, wo die Gäste zunächst durch Imam Halim Alibasic begrüßt wurden. In Ihren Grußworten gingen SCHURA-Vorsitzender Mustafa Yoldas und DITIB-Nord-Vorsitzender Sedat Simsek auf die aktuelle politische Lage ein: Das Erstarken der rechtspopulistischen AfD, die von dieser Partei propagierte Islamfeindlichkeit sowie die gewaltsamen Übergriffe auf Flüchtlinge und Moscheen würden in den islamischen Gemeinden als bedrohliche Entwicklung wahrgenommen. Es sei deshalb beunruhigend, wenn nun auch demokratische Parteien mit rechtspopulistischen Mustern Politik machen würden, wie die Forderung der CSU, nur noch „kulturell nahestehende“ Menschen in Deutschland aufzunehmen oder nach einem „Burka-Verbot“. Deshalb dürfe man, so Mustafa Yoldas, das Feld nicht den Islamhassern und Rechtspopulisten überlassen, da sonst eine weitere Polarisierung der Gesellschaft drohe. Deshalb seien alle gefordert, sich noch deutlicher für die universellen Werte einzusetzen. Dabei richtete der SCHURA-Vorsitzende seinen Appell gerade auch an die Muslime, ihr gesellschaftliches Engagement zu verstärken.

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SCHURA-Imame treffen sich zum gemeinsamen Iftar

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Der traditionelle Iftar der Imame fand in diesem Jahr in der Bosnischen Moschee statt. Es hatten sich wiederum zahlreiche Imame, Gemeindevertreter und Vorstandsmitglieder der Mitgliedsgemeinden zu dieser alljährlichen Veranstaltung im Monat Ramadan eingefunden. Vor dem Fastenbrechen hielt Özlem Nas, SCHURA-Vorstandsmitglied und Bildungsbeauftragte einen Vortrag zum Thema „Aktuelle Bildungssituation muslimischer Schüler – Wie können Moscheevereine und Imame helfen?". Anhand des Bundesbildungsberichts stellte sie die weiterhin bestehenden ungleichen Bildungschancen und die Benachteiligung muslimischer Schülerinnen und Schüler dar. Als Gründe hierfür spielten neben Sprachdefiziten vor allem sozioökonomische Faktoren eine Rolle. Auch fehlten positive Rollenvorbilder, was von einzelnen Imamen in der anschließenden Diskussionen anhand praktischer Beispiele auch so bestätigt wurde. Einig waren sich alle bezüglich der großen Bedeutung dieses Themas. Deshalb sollen Maßnahmen ergriffen werden, damit dies künftig in den Moscheen einen breiteren Raum einnimmt.

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75 Jahre islamisches Gräberfeld Hamburg-Ohlsdorf

Am 16.05.1941 verstarb in Hamburg der iranische Kaufmann Abbasali Pyrchad und wurde nach islamischem Ritus auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt. Davon zeugt noch heute ein entsprechender Grabstein. Schon damals lebten Muslime in Hamburg, denn seit etwa 1925 hatten sich vermehrt muslimische Kaufleute, davon zahlreiche aus dem Iran, hier niedergelassen.

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Gegen Rechtsradikalismus und Islamfeindlichkeit: Muslime sind Teil einer demokratischen Zivilgesellschaft

Am 30. April fand die turnusmäßige Sitzung der Konferenz der Islamischen Landesverbände (KILV) in Koblenz statt. Gastgeber war diesmal SCHURA Rheinland-Pfalz. Ein Thema der Sitzung war das Anwachsen von Rechtsextremismus und Islamfeindlichkeit in Deutschland.

Sorge bereitet den islamischen Landesverbänden insbesondere rechte Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft, wie sie in der ansteigenden Zahl von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und Moscheen zum Ausdruck kommt. Dies geschieht in einem gesellschaftlichen Klima zunehmender Islamfeindlichkeit durch Stigmatisierung von Muslimen in öffentlichen Debatten und im gesellschaftlichen Leben.

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