SCHURA unterstützt Lampedusa-Flüchtlinge

In Hamburg lebt derzeit eine Gruppe von 300 afrikanischen Flüchtlingen sozusagen „auf der Straße“. Diese Menschen stammen aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern und hatten einst als Gastarbeiter in Libyen gelebt. Infolge des Krieges dort in 2011 verloren sie ihre Existenzgrundlage in Libyen. Sie flohen zunächst über das Mittelmeer zur italienischen Insel Lampedusa. In Italien lebten sie wie viele andere Flüchtlinge aus Nordafrika in sogenannten „temporären Flüchtlingsunterkünften“. Als die EU Anfang 2013 die Zahlungen hierfür einstellte, schloss Italien diese Flüchtlingslager. Italien stellte den Flüchtlingen nun Papiere aus mit der Aufforderung, Italien zu verlassen, irgendwo anders in der EU ihr Glück zu versuchen, aber niemals nach Italien zurückzukehren.

Betroffen davon waren ca. 3.700 Personen, ca. 300 kamen nach Hamburg. Hier stehen diese Menschen nun faktisch auf der Straße, denn Hamburg weigert sich, ihnen Obdach, Verpflegung, medizinische Versorgung oder eine Arbeitserlaubnis zu geben. Der Senat ist der Auffassung, Italien sei zuständig und will die Flüchtlinge dorthin zurück schicken. Italien wiederum will aber diese Menschen nicht mehr haben. So sind die Lampedusa-Flüchtlinge in die Mühlen einer inhumanen EU-Flüchtlingspolitik geraten, wo niemand für sie Verantwortung übernehmen möchte.

Auf der Mitgliederversammlung am 9.6. hatte SCHURA beschlossen, die Flüchtlinge zu unterstützen. SCHURA fordert den Hamburger Senat auf, für ein gesichertes Bleiberecht zu sorgen – was den politischen Willen vorausgesetzt rechtlich möglich wäre! Praktisch werden die Flüchtlinge dadurch unterstützt, dass ein Teil von ihnen in Moscheen (Centrum-Moschee, Rahma-Moschee, Moschee in Glinde) untergebracht ist und verpflegt wird. Letzteres war besonders im Ramadan wichtig, da unter den Flüchtlingen zahlreiche Muslime sind, die fasteten. Um die praktische Hilfe weiter gewährleisten zu können, sind bei den Freitagsgebeten der letzten drei Wochen in verschiedenen Mitglieds-Moscheen von SCHURA Spenden gesammelt worden.

Weitere Informationen zu den Flüchtlingen: http://www.lampedusa-in-hamburg.tk/

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