SCHURA Hamburg: Kein Militärschlag gegen Syrien!

SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V. .wendet sich entschieden gegen den Einsatz von militärischer Gewalt in jeder Form gegen Syrien. Mit Militärgewalt könne der Bürgerkrieg und das andauernde Leiden des syrischen Volkes nicht beendet werden. Hier könne es nur eine politische Lösung geben. SCHURA begrüßt deshalb ausdrücklich die russische Initiative, alle Chemiewaffen Syriens unter internationale Kontrolle zu stellen und anschließend der Vernichtung zuzuführen.

Besondere Besorgnis gelte einem von den USA  in den beiden letzten Wochen im Alleingang vorbereiteten Militärschlag. „Das britische Parlament hat dem kriegslüstern vorpreschenden Premiermister Cameron die richtige Antwort gegeben“ so SCHURA-Vorsitzender Mustafa Yoldas. Obama dagegen ignoriere, dass die Mehrheit der Menschen in Europa wie den USA nach den desaströsen Kriegen in Afghanistan und im Irak keine weitere Militärintervention im Nahen Osten wolle. SCHURA fordert die Bundesregierung auf, dem Ansinnen der USA eine klare Absage zu erteilen und eine Intervention weder militärisch noch politisch zu unterstützen.

Überhaupt erinnere das jetzige Vorgehen an den Irak-Krieg von 2003: „Damals wurde der Weltöffentlichkeit von den USA mit angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddams bewusst die Unwahrheit gesagt, nur um einen Krieg zu legitimieren“ meint der SCHURA-Vorsitzende.

Unstreitig seien im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt worden. Dies sei ein schweres Verbrechen und scharf zu verurteilen so die Religionsgemeinschaft der Muslime in Hamburg. Nach gegenwärtigem Informationsstand könne aber nicht gesagt werden, wer dafür verantwortlich sei. Umso unverantwortlicher wäre es deshalb, jetzt in aller Eile und am Völkerrecht und den UN vorbei eine Militärintervention voranzutreiben.

„Offensichtlich geht es den USA nur um eine Machtdemonstration und nicht wirklich um das Schicksal der Menschen in Syrien.“ Ein militärisches Eingreifen der USA werde die Gewalt in Syrien und auch in den Nachbarländern Libanon und Irak nur weiter eskalieren lassen. Eine politische Lösung werde nur noch schwieriger. Zu einer solchen gebe es aber nach Auffassung der Hamburger Muslime keine Alternative. Sie müsse über die Vereinten Nationen und unter Beachtung geltenden Rechts gefunden werden. Deshalb könne es ein wichtiger Schritt sein in die richtige Richtung sein, wenn jetzt sämtliche Chemiewaffen Syriens internationaler Kontrolle unterstellt und später vernichtet würden.

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