Aufruf zur Teilnahme an der Kungebung: Nicht in unserem Namen!

Liberté, Égalité, Fraternité!
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!

Aufruf zur Teilnahme zu der
Kundgebung für Freiheit und Demokratie
am Montag, den 12. Januar 2015
um 18.00 Uhr auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz
(Mönckebergstraße)

NICHT IN UNSEREM NAMEN!

Assalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu,

Liebe Geschwister im Islam,

es sind wieder schreckliche Dinge im Namen des Islams in Europa passiert. Nach aktuellen Erkenntnissen sind insgesamt bei einem Massaker, einer Geiselnahme und den anschließenden Befreiungsaktionen in Frankreich insgesamt 19 Menschenleben ausgelöscht worden. Dies ist das Resultat einer erschütternden Tat und ein Verbrechen, das im Namen unserer Religion verübt worden ist. Es ist davon auszugehen, dass jetzt in den kommenden Tagen und Wochen die Islamfeindlichkeit europaweit zunehmen wird und unsere unmittelbare Existenz und die unserer Moscheen bedroht sein wird. Die rechtsextremen Bewegungen und Parteien werden stärker werden und uns das Leben hierzulande schwer machen. Die Welle von Hass und Gewalt gegen Muslime wird den gesellschaftlichen Frieden in Europa nachhaltig stören.

Damit es nicht soweit kommt, müssen wir uns noch klarer als bisher von denjenigen distanzieren, die den Namen unserer Religion in Verruf bringen. Es gibt keine Rechtfertigung für das, was da im Namen unserer Religion verübt wird. Es ist an der Zeit, uns ganz vehement von denjenigen abzugrenzen, die im Namen des Islams Hass und Gewalt gegenüber Nicht-Muslimen und vor allem aber Muslimen gegenüber zu säen, die nicht so denken wie sie und die nicht zögern, auch ihre Glaubensgeschwister zu ermorden.

Wir können nicht länger zulassen, dass unsere Religion pervertiert wird und müssen ein klares Zeichen gegen diese Verbrecher setzen. Wir werden keine Sympathien für unsere Religion erzeugen, indem wir uns durch die Menschheitsgeschichte bomben, sondern mit den eigentlichen Botschaften dieser Religion wie Barmherzigkeit, Liebe, Gerechtigkeit und Frieden. Nicht umsonst heißt unsere Religion Islam.

Neben vielen rechtextremen und islamfeindlichen Ressentiments gibt es auch viele Appelle, die dazu aufrufen, das Augenmaß nicht zu verlieren, nicht zu pauschalisieren und die weitaus friedfertigen Muslime in Schutz zu nehmen. Deshalb haben wir ein breites Bündnis von Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Kultureinrichtungen und gesellschaftlichen Gruppen auf die Beine gestellt, das unter dem Motto:

Liberté, Égalité, Fraternité!
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!
zu einer Kundgebung für Freiheit und Demokratie
am Montag, den 12. Januar 2015 um 18.00 Uhr
auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz (Mönckebergstraße)
aufgerufen hat.

Es gibt Redebeiträge von:

  • Kazim Abaci, Geschäftsführer, Unternehmer ohne Grenzen e.V.
  • Katja Karger, Vorsitzende, DGB Hamburg
  • Joachim Lux, Intendant, Thalia Theater
  • Pastor Dirk Ahrens, Diakonisches Werk Hamburg und Mitglied der Kirchenleitung der Nordkirche
  • Mustafa Yoldas, Vorsitzender der Schura, des Rates der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.
  • Baris Önes, Vertreter der Alevitischen Gemeinde Hamburg
  • Vertreter des Erzbistums Hamburg
  • Sedat Simsek, Vorsitzender der islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-Nord e.V.
  • Jüdische Gemeinde Hamburg (angefragt)
  • Felix Epstein, Liberale Jüdische Gemeinde Hamburg e.V. (angefragt)

Ich appelliere an alle Schura-Mitglieder, sich an dieser Kundgebung zahlreich zu beteiligen. Bitte sorgt dafür, dass möglichst alle Mitglieder und Besucher Eurer Gemeinden und Vereine darüber informiert werden und ladet sie mit Nachdruck dazu auf, sich ebenfalls daran zu beteiligen, denn es geht um UNSERE gemeinsame Zukunft in Europa.

Mit islamischen Grüßen

Mustafa Yoldas

 

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