SCHURA Hamburg zu Pegida-Aufmärschen:

Politik muss klare Haltung zeigen

Mit „Hogesa", „Pegida" und ähnlichen Aufmärschen seien neue Formationen entstanden, wo Rechtsradikale über das Schüren von Islamfeindlichkeit in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen versuchten. Hiergegen müsse die Politik eine klare und eindeutige Haltung einnehmen fordert SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg.

Man müsse die hinter den Pegida-Aufmärschen stehende rechtsextremistische Strategie klar erkennen und benennen meint SCHURA-Vorsitzender Mustafa Yoldas. Wissenschaftliche Studien hätten wiederholt erwiesen, dass seit Jahren in der Gesellschaft rechtsradikale Einstellungen allgemein zwar rückläufig seien, die Ablehnung von Flüchtlingen und Muslimen dagegen stetig zugenommen habe. Die aktuelle Studie der Berliner Humboldt-Universität zur „nationalen Identität" zeige, dass Muslime aus eben dieser ausgeschlossen würden. „Eine wachsende und sich aggressiver gebärdende Islamfeindlichkeit ist einfach eine gesellschaftliche Realität" so Yoldas.

Die Schuld für diese Entwicklung sieht SCHURA in einer seit Jahren laufenden einseitigen und pauschalisierenden Darstellung von Islam und Muslimen als Terrorverdächtige und Integrationsverweigerer, als das gesellschaftlich Andere schlechthin. So würde Hass und Hysterie fabriziert. Man dürfe sich eigentlich nicht wundern, wenn hier von Rechtsradikalen angeknüpft werde, um daraus Kapital zu schlagen und Menschen weiter aufzuhetzen. „Es ist schon bemerkenswert, wenn ausgerechnet in einer Stadt, wo es kaum Muslime gibt, Tausende die Islamisierung des Abendlandes halluzinieren" meint Mustafa Yoldas.

Es sei nach Ansicht der islamischen Religionsgemeinschaft deshalb ein völlig falsches Signal, wenn Politiker wie Bundesinnenminister de Maizière jetzt Verständnis für Pegida-Demonstranten zeigten. „Man könnte ja meinen, es sei irgendetwas daran an der Islamisierungs-Hysterie." Muslime fürchten, am Ende müssten sie die Zeche zahlen für die scheinbare Wiederherstellung des gesellschaftlichen Friedens.

Stattdessen sollten sich Politiker nicht nur zur Einwanderungsgesellschaft Deutschland bekennen, sondern auch dazu, dass der Islam unbestreitbar Teil dessen gesellschaftlicher Realität sei. „Und hierzu gehören auch die Moschee und das öffentlich getragene Kopftuch" macht SCHURA deutlich. In Hamburg und Bremen habe man mit den hier geschlossenen Staatsverträgen ein starkes Signal in diese Richtung gesendet. Leider sei das noch nicht überall angekommen.

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