Aufruf zur Solidarität mit dem irakischen Volk und der eindeutigen Ablehnung der terroristischen Machenschaften der ISIS

Gerade im Laufe der letzten Wochen wird der Irak von einer Gewaltwelle heimgesucht. Tag für Tag berichten die Medien von Massakern an der Zivilbevölkerung. Ein großer Teil der irakischen Bevölkerung befindet sich mittlerweile auf der Flucht vor terroristischen ISIS-Einheiten die bis heute auch Teile Syriens besetzt halten. Mittlerweile konnten die Terroristen ihren Einflussbereich auch auf große Teile im Norden und Westen des Irak ausweiten. Die Zahl der irakischen Flüchtlinge liegt bei über 400.000 Personen, Tendenz stark steigend. Allein in der jüngsten Vergangenheit wurden über 2700 Tote im Irak gemeldet, die Dunkelziffer wird sogar weitaus höher geschätzt. Regelmäßig werden junge Frauen vergewaltigt, ohne dass die Weltgemeinschaft sich dagegen positioniert.

Dabei begrenzt sich die Gewalt der ISIS-Terroristen nicht auf eine Gruppe oder Religionsgemeinschaft, sondern richtet sich gegen die gesamte irakische Bevölkerung, Schiiten, Sunniten, Kurden und Christen. Zivilisten und religiöse Gelehrte werden gnadenlos ermordet. Jeder, der sich gegen die gewalttätigen Machenschaften stellt, wird als Feind angesehen und bekämpft.

Dies kann jedoch nicht teilnahmslos hingenommen, die Gewalt nicht einfach toleriert werden. Auch wir hier in Deutschland dürfen nicht einfach wegschauen. Die SCHURA Hamburg spricht sich hiermit gegen die herrschende Gewalt und die Zerstörung von Kirchen und Moscheen aus. Sie ruft angesichts der jüngsten Ereignisse die Bundesregierung auf, die direkte und indirekte finanzielle und militärische Unterstützung der ISIS und ihrer Verbündeten einzustellen und ihnen gegenüber eine eindeutig ablehnende Haltung einzunehmen. In Deutschland dürfen nicht die wirtschaftlichen Interessen durch den Export von Waffen im Vordergrund stehen. Es muss seiner historischen Pflicht nachkommen und das irakische Volk bei seinem Ruf nach Frieden und Freiheit unterstützen.

Rat der islamischen Gemeinden in Hamburg (SCHURA) fordert die territoriale und politische Integrität des Iraks und die Koexistenz und das friedliche Zusammenleben aller Konfessionen und Ethnien des Landes und kritisiert die bisherige Politik des Ministerpräsident Nuri El-Malikis und appelliert an alle Länder und besonders Nachbarländer in dieser schwierigen  Situation verantwortlich  zu agieren und Irak  Beistand zu leisten.

Der Vorstand der SCHURA Hamburg

 

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