Presseerklärung der SCHURA Hamburg: "Auch Muslime wollen gegen Nazi-Aufmarsch demonstrieren"

SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg hat den Aufruf des „Hamburger Bündnis gegen Rechts" gegen den Nazi-Aufmarsch am 12.9. unterzeichnet und fordert seine Mitglieder dazu auf, sich an der Demonstration des Bündnisses und weiteren Gegenaktivitäten zu beteiligen. An solchen beteiligt sich SCHURA auch als Mitglied der Initiative „Hamburg bekennt Farbe".

„Wir Muslime sind Teil der antifaschistischen Zivilgesellschaft in Hamburg und wollen zeigen, dass für Rassismus und Islamfeindlichkeit in dieser Stadt kein Platz ist" so SCHURA-Vorsitzender Mustafa Yoldas. Wie die Pegida-Aufmärsche gezeigt hätten, würden Rechtsradikale vor allem durch das Schüren von Hass gegen Flüchtlinge und Muslime versuchen, auch in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu werden. Es sei besorgniserregend, wenn es nahezu täglich irgendwo in Deutschland zu einem Anschlag auf ein Flüchtlingsheim komme. Ebenso ernst zu nehmen sei die erheblich gestiegene Anzahl von Anschlägen auf Moscheen – wie erst letzte Woche in Hagen geschehen.

Deshalb ist es nach Ansicht der Religionsgemeinschaft der Hamburger Muslime um so wichtiger, dass in Hamburg mittlerweile über 600 politische und religiöse Gruppen, Gewerkschaften, Fußballfangruppen und Kulturschaffende den Aufruf unterstützen und am 12.9. auf die Straße gehen wollen. Ebenso ermutigend sei das große Engagement von vielen Hamburgerinnen und Hamburgern für Flüchtlinge, die in unsere Stadt kommen. „Das empfinde ich als gelebte Solidarität" meint Mustafa Yoldas.

SCHURA begrüßt das jetzt von der Polizei ausgesprochene Verbot des Nazi-Aufmarsches. Unabhängig davon, ob dieses Verbot letztlich vor den Verwaltungsgerichten Bestand habe, werde man selbst am 12.9. wie viele andere Hamburgerinnen und Hamburger auch an der gemeinsamen Anti-Nazi-Demonstration teilnehmen.

Beim nächsten Freitagsgebet in den Mitglieds-Moscheen von SCHURA werden die Imame in ihren Predigten die Demonstration ansprechen und zur Teilnahme aufrufen. Eine Reihe von Imamen wird am 12.9. auch selbst auf der Straße sein.

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